Edmund de Waal, library of exile, 2019
© SKD, Foto: Oliver Killig

library of exile

Edmund de Waal, Zuzanna Janin, Mark Justiniani und das Damaskuszimmer

Namengebend für die Ausstellung ist die Rauminstallation library of exile von Edmund de Waal, die nach einer ersten Station in Venedig nun in Dresden zu sehen ist. Die Bibliothek umfasst mehr als 2.000 Bücher, oft in Übersetzung, von Autor*innen der Antike bis heute, die gezwungen waren, ihre Heimat zu verlassen. Sie thematisiert Migration und Exil, aber auch Verständigung über die Sprachgrenzen hinweg.

  • Laufzeit 30.11.2019—16.02.2020
  • Öffnungszeiten täglich 10—18 Uhr, Montag geschlossen  (Sonderausstellung "Library of exile")
    24.12.2019, 10—14 Uhr  (Heilig Abend)
    25.12.2019—26.11.2019, 10—18 Uhr  (Weihnachtsfeiertage)
    31.12.2019, 10—16 Uhr  (Silvester)
    01.01.2020, 12—18 Uhr  (Neujahr)
  • Eintrittspreise Eintritt frei

Die Bibliothek

In der Ausstellung begleiten zwei weitere raumgreifende Kunstinstallationen sowie das kunsthandwerklich gefertigte Damaskuszimmer die library of exile. Sie ergänzen weitere Facetten der grundlegenden Fragen nach Heimat, Heimatlosigkeit und Erinnerung, dem Leben zwischen den Kulturen und Gastfreundschaft.

Meissener Teller aus der Sammlung von Klemperer

Die 18 Teller aus einem Meissener Tafelservice von ca. 1760 sind eindringliche Zeugnisse von Vertreibung und Verlust, aber auch von Restitution und Versöhnung. Sie stammen aus dem Besitz der jüdischen Familie von Klemperer, die 1938 aus Dresden floh und deren Sammlung konfisziert und an die Porzellansammlung übergeben wurde. Die Teller wurden beim Bombardement 1945 stark beschädigt. Nach dem Krieg wurden einige ganze Stücke und zahlreiche Scherben wiedergefunden und sehr viel später an die Familie restituiert. Edmund de Waal erwarb die Teller auf einer Auktion und bat die japanische Künstlerin Maiko Tsutsumi, sie in der traditionellen Kintsugi-Technik mit goldenem Lack wieder sichtbar zusammenzufügen.

Porzellanteller mit Vögeln und goldenen Bruchstellen
© Edmund de Waal. Courtesy the artist
Teller aus einem Meissener Tafelservice, um 1760, Sammlung Klemperer

Edmund de Waal, library of exile

Mit der library of exile würdigt Edmund de Waal das Werk von Schriftsteller*innen, die gezwungen waren und sind, zwischen den Kulturen und Sprachen zu wandern. Seine Bibliothek enthält mehr als 2.000 Werke von Exilautoren, die in die verschiedensten Sprachen übersetzt wurden. Die Außenwände der Bibliothek sind mit flüssig aufgetragenem Porzellan überzogen, in die seit der Antike verlorene Bibliotheken eingeschrieben sind. Die Besucher*innen sind eingeladen, sich zu setzen und zu lesen, ihre Namen in ein Exlibris einzutragen oder im book of exile ihre persönliche Geschichte von Flucht und Migration zu hinterlassen.

© SKD, Foto: Oliver Killig
Edmund de Waal, library of exile, 2019

impressionen

Zuzanna Janin, Corner I und II

Die in Warschau geborene Künstlerin Zuzanna Janin widmet sich in ihren Arbeiten Fragen nach Identität und Heimat und verarbeitet dabei ihre persönlichen Erfahrungen. Das Haus ihrer Familie in Warschau wurde während des Zweiten Weltkrieges schwer getroffen. Seit den 1990er Jahren verwendet sie für ihre künstlerischen Arbeiten oftmals leichte Seidenstoffe, die sich in den Ausstellungsraum wie ein architektonisches Gebilde einfügen. Die Besucher*innen können die seidenen Raumskulpturen begehen und nachspüren, wie wandelbar und instabil jene Orte sein können, an denen wir uns beheimatet fühlen.

© Zuzanna Janin & Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Oliver Killig
Zuzanna Janin, Corner I und II Sammlung Hoffmann

Mark Justiniani, The Well

Der philippinische Künstler Mark Justiniani suggeriert in seiner Arbeit The Well einen durch Spiegelungen nach unten in die Unendlichkeit fortgesetzten Raum, in dem Illusion und Wirklichkeit ineinander übergehen. Justiniani vertrat auf der diesjährigen Biennale von Venedig den philippinischen Pavillon mit einer raumgreifenden Installation, die sich ebenfalls der unendlichen Reflexion des Menschen und seines Umfelds widmete. In der eigens für das Japanische Palais geschaffenen Arbeit stellt ein Stapel Bücher – als Sinnbild des Wissens – die Wirbelsäule des menschlichen Lebenszyklus dar.

© SKD, Foto: Oliver Killig
Mark Justiniani, The Well

Damaskuszimmer

Das Museum für Völkerkunde Dresden ermöglicht den Besuchern*innen im ersten Stock des Japanischen Palais einen Blick hinter die Kulissen bei der Restaurierung des Damaskuszimmers noch vor Abschluss des komplexen Vorhabens im kommenden Jahr. Das um 1810 entstandene Empfangszimmer eines Damaszener Altstadthauses ist selbst ein Raum der Begegnung, der in einem gänzlich neuen kulturellen Kontext wiederentsteht und „in der Diaspora“ Brücken etwa zu syrischen Communities in Dresden schlägt.

© SKD, Foto: Oliver Killig
Damaskuszimmer

Palais Café

Leckere süße und herzhafte, regionale Produkte sowie fair gehandelten Kaffee und andere Getränke finden Sie im Palais Café.

Öffnungszeiten: täglich 10 bis 18 Uhr, montags und dienstags geschlossen 
Programm: Sonntag, ab 10 Uhr: Frühstück im Palais Café sowie Yoga (Treff im Café)
Zu Tisch im Palais – Kochen ist Begegnung (Fr, 15—18 Uhr): Das moderierte Workshop-Format lädt Besucher*innen zum Gespräch über Heimat und Gastfreundschaft.
Anmeldung und Information unter Tel. 0351/49142000, E-Mail

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