Tisch mit einem Modell
© Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Katharina Parow

Bunte Räume! Demokratische Stadtplanung zum Mitmachen. Ein Schul-Workshop-Projekt im Rahmen der Sonderausstellungen „Mythos Handwerk“ (2025)

Was bedeutet es, gemeinsam(e) Räume zu schaffen – für Mitbestimmung, Empathie und nachhaltiges Zusammenleben? 
Wie lassen sich eigene Bedürfnisse und die anderer miteinander verbinden, im Dialog gute Lösungen finden?
Wie können junge Menschen heute Stadtgestaltung als Werkzeug für Selbstermächtigung, Demokratie, Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit entdecken? 
Wie verändern sich Perspektiven, wenn junge Menschen selbst entscheiden, wie ihre Stadt der Zukunft aussieht?

Diesen Fragen gehen wir gemeinsam mit Schulklassen der Stufen 7 bis 12 in dem partizipativ entwickelten Workshop-Projekt „Bunte Räume!“ nach. Über mehrere Monate hinweg entsteht über das Jahr 2025 in Teamarbeit eine außergewöhnliche Stadt: die „Empathie-City“ – ein Stadtmodell, das Visionen junger Menschen für ein friedliches, inklusives und demokratisches Zusammenleben sichtbar macht.

Das Projekt im Rückblick

Im Rahmen der Ausstellung Mythos Handwerk. Zwischen Ideal und Alltag" (06.06.2025—21.12.2025) im Japanischen Palais der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden entwickelten zwei Schulklassen des Roland-Romain-Gymnasiums und des Gymnasiums Dreikönigsschule sowie Mitglieder der Jungen Freunde der SKD je drei Stadtviertel, die zusammen die „Empathie-City" bilden. Im Zentrum stand dabei der gleichberichtigte Aushandlungsprozess – vom ersten Entwurf bis zum fertigen Modell.

Tisch mit einem Modell und Plakat an einer Wand
© Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Katharina Parow
Bunte Räume

Die Stadtviertel

Die Stadtviertel entstanden im Dialog mit den jungen Nutzer*innen selbst. Jede Gruppe brachte ihre eigenen Perspektiven, Ideen und Wünsche ein. Durch das gemeinsame und handwerkliche Modellbauen wurde Stadtplanung erfahrbar: als kreativer, sozialer, demokratischer Prozess. Ob Projektleitung, Infrastruktur-Entwurf oder Umweltgestaltung – die Schüler*innen übernehmen Verantwortung, arbeiten in Kleingruppen und üben sich in Empathie, Kommunikation und Konfliktlösung.

Tisch mit einem Modell
© Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Katharina Parow
Bunte Räume

Jede Gruppe

Begleitet wurden sie von Expert*innen aus Stadtplanung, Städtebau und Architektur, die Einblicke in ihren Berufsalltag gaben und deutlich machten, dass Stadt durch Entscheidungen entsteht, die wir gemeinsam treffen können. Für viele Teilnehmende war das eine neue Perspektive, auch darauf, was Stadtplanung als Berufsfeld bedeuten kann.

Jede Gruppe arbeitete unabhängig und ohne Kenntnis der Entwürfe der anderen. Innerhalb der Gruppen wurde diskutiert, abgestimmt und verhandelt: Wie begrünen wir unsere Stadt? Brauchen wir Autos? Welche Plätze möchten wir? Am Ende fügten sich die drei Stadtviertel, verbunden durch einen Fluss wie die Elbe durch Dresden, zusammen. Alle drei Gruppen dachten Grünflächen, öffentlichen Nahverkehr und Begegnungsorte groß mit. Sie diskutierten kontrovers über Autoverkehr, verlegten Straßen unter die Erde, begrünten Dächer und entwarfen Plätze zum Einfach-Sein. Auf die Frage, was an ihrer Stadt demokratisch sei, antwortete ein Schüler sinngemäß: Eigentlich alles, sie hätten es schließlich zusammen für alle gebaut.

Die Empathie-City war anschließend als Teil der Ausstellung „Mythos Handwerk. Zwischen Ideal und Alltag" öffentlich zu sehen. Werte wie Selbstwirksamkeit, kollektive Gestaltung, Inklusion und gesellschaftlicher Zusammenhalt, verbanden das Projekt mit den zentralen Themen dieser Ausstellung. Begleitet wurde das Stadtmodell von einer Illustration des Künstlers Josef Panda, der die Ideen und Botschaften der Teilnehmenden in Bild und Wort festhielt. Er begleitet den Prozess u. a. mit der Methode des Graphic Recordings.

Die Illustration können Sie sich hier zum Druck herunterladen. Zum Download

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